Vorwort
Aus dem Bauch heraus - Kopfgeburten
Dieses Buch handelt von meinem Bauch. Von dem, was ich da so selten wirklich erspürt habe. Von Beziehungsmustern, in denen ich lebte und lebe. Ich schreibe dieses Buch weil ich davon erzählen möchte, von meinen Beziehungsformen, in denen ich irgendwie gescheitert bin.
Das hier sind Fragmente. Keine durchgehende Geschichte. Kein Anfang-Mitte-Ende mit Auflösung am Schluss. Ein langes Leben. Momentaufnahmen. Einige im Rückblick, andere noch im Moment. Manche habe ich vor Jahren geschrieben - mittendrin, noch suchend, noch verwirrt. Andere sind neu entstanden - mit Abstand, mit Erkenntnis, manchmal auch immer noch ratlos. Aber alle kreisen um dasselbe: Kopfgeburten und Bauchgefühle.
Von Kopfgeburten, denen ich nachgelaufen bin. Von Bauchgefühlen, die ich verdrängt habe. Von Beziehungsmustern, in die ich mich eingefunden habe - ohne je das zu finden, was ich suchte. Von Freundschaft unter Frauen und Mutterschaft, die sich so anders anfühlt. Und davon, wie ich langsam - sehr langsam - gelernt habe, meinem Bauch zu vertrauen. Nicht weil es einfach ist. Nicht weil es schön ist. Nicht weil es zu einem Happy End führt. Sondern weil es das Einzige ist, was bleibt, wenn alle Kopfgeburten zerplatzt sind.
Die Kapitel im Buch sind einfach da. Wie Erinnerungen. Wie Narben. Wie Erkenntnisse, die kommen und gehen. Meine Versuche zu verstehen, wer ich bin, wenn ich aufhöre, mich einzufinden.
Ich mag ihn, den Bauch. Er ist da zum Verdauen. Er ist in der Nähe des Herzens, das so aufgeregt schlagen kann, und des Unterleibs, der so drängend ist manchmal. Aber der Bauch, der ist da wohlig dazwischen. Und manchmal spürt man ihn für einen kurzen Moment. Aus dem Bauch heraus, fühlt es sich gut an. Der Kopf tobt, das Herz ist verwirrt und der Bauch weiß, wo es lang geht. Wenn wir nur auf ihn hören würden.