Nachwort
Über die Autorin
Lebensstationen
Mein beruflicher Weg
11987 begann ich als Gemeindediakonin in der Evangelischen Landeskirche Baden – mitten im gelebten Alltag von Gemeinde, mit Kindern, Jugendlichen, Freizeiten, Gottesdiensten, und Improvisation zwischen Gemeindeküche, Kirche und Gruppenräumen.
1991 wurde ich Bezirksjugendreferentin. Ich arbeitete übergemeindlich mit Jugendlichen, Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen an neuen Formen kirchlicher Arbeit, zwischen Freizeitpädagogik, Seelsorge und Theologie. Im Austausch mit anderen Jugendverbänden, jugendpolitisch und kirchennah.
1995 begann ich ein zweites Studium der Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung. Meine Diplomarbeit beschäftigte sich mit dem Gebrauch von Musik in der pädagogischen Arbeit – der Versuch, das, was Menschen bewegt, in Einklang zu bringen mit dem, was sie lernen.
Nach dem Studium folgte die Entwicklung und Leitung des Projekts „Popmusik in der Kirche", zunächst mit Verbindung zur Jugendarbeit, später als eigenes Arbeitsfeld in der Landeskirche. Zehn Jahre lang drehte sich alles um Klangräume, Ausdrucksformen, theologische Fragen – und die immer wiederkehrende Auseinandersetzung mit Kultur und Kirche.
2005 machte ich eine bewusste Pause vom kirchlichen Dienst. Ich arbeitete in der Lebenshilfe Südwestpfalz mit alkoholkranken Männern als Alltagsassistenz und im Ökumenischen Gemeinschaftswerk Pfalz in einer Wohngruppe für Menschen mit geistiger Behinderung. Diese Jahre haben meinen Blick geerdet. Sie waren keine Theorie, sondern Leben pur.
Seit 2008 bin ich wieder im kirchlichen Dienst – als Diakonin im Kirchenbezirk, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising. Ich begleite Projekte, entwickle Kommunikationsstrategien, moderiere Prozesse und erzähle Geschichten von Kirche in Bewegung.
Im selben Jahr kam mein Pflegesohn zu uns. Ich war plötzlich Mutter – und blieb berufstätig. Es gab damals keine Erziehungszeiten für Pflegeeltern. Ich habe beides getan: Beruf und Alltag mit Baby. Seit 2018 bin ich alleinerziehend, und ich lebe, lerne und arbeite mit einem mittlerweile fast erwachsenen Sohn, der mich täglich daran erinnert, was wirklich zählt.
2021 erlitt ich einen Herzinfarkt – ein Bruch im Lebenslauf, aber kein Ende. Ich habe mich erholt, arbeite weiter, schreibe, lehre, erzähle. Krankheit verändert den Blick: Sie schärft ihn für das, was trägt.
Heute, als 61-Jährige, blicke ich auf eine lange Zeit in der Kirche – in Leitungsfunktionen, an Rändern, in Nischen, auf Bühnen und hinter Kulissen. Das war mein Weg, voller Leben, voller Entdeckungen, voller Erkenntnisse und auch gegen Widerstände.
Elke Piechatzek
November 2025