Theologischer Exkurs
Warum ich nicht an Erbsünde glaube
Was ich nicht glaube
Mir ist bewusst, meine Sätze stoßen an Grenzen. Der Erlösungstod Christi, das Fundament unseres Glaubens, kann nicht eben wegdiskutiert werden. Das ist mir klar, aber ich weigere mich zu glauben, dass es deshalb die Erbsünde gibt, dass der Teufel das Gegenstück Gottes ist.
Schon Karl Barth sagte, der Teufel ist eine Nichtigkeit, über die ich nicht rede. Und das lerne ich von den großen Theologen.
Für mich ist die Bibel das Zeugnis eines Gottes, der seit der Sintflut und dem Regenbogen beschlossen hat, die Menschheit nicht mehr zu strafen, sondern ihnen Zeichen zu senden, wie die Menschen sein sollen. Und als er selbst in seinem Sohn menschlich wurde, hat die Welt den Sohn nicht ertragen.
Ich weigere mich zu glauben, dass Gott seinen Sohn ans Kreuz für unsere Sünden nageln ließ. Ich denke und glaube anders.
Jesu Botschaft wird in der Welt, wie sie ist - und sie ist so ganz und gar nicht gottgefällig - so missverstanden, dass die Machtmenschen der Zeit ihn töten mussten. Das ist die echte Torheit des Kreuzes, dass ein Mensch voller Liebe gekreuzigt wird. Wir Christen sehen Gott an seiner Seite, er macht den Gekreuzigten zu seinem Sohn. Wie predigen diese Liebe, wohlwissend, dass wir damit unter die Räder kommen, wenn wir das in aller Konsequenz leben.
Was ich glaube
Für mich ist "Jesus lebt und seine Sache braucht Begeisterte" das Dennoch eines Glaubens, der von Ostern herkommt. Das ist das eigentliche Wunder unseres Glaubens.
Verängstigten Jüngern zu sagen, die meinen, alles ist verloren, die Mächtigen haben uns zerschlagen: Das war noch lange nicht das Ende. Das zeigt nur, dass wir goldrichtig sind mit dieser Botschaft für die Welt.
Anders wird es nicht gehen mit einem guten Miteinander, mit angstfreiem Leben und Menschen, die in Würde leben, und das miteinander.
Pfingsten ist die Geburtsstunde der Kirche: diese Leute da in Jerusalem, die sagten, wir haben ihn gesehen, wir glauben noch dran, was er sagte. Wir bleiben, egal wie böse die Welt wieder um uns rum tobt, wir bleiben dran an dem, was er uns lehrte.
Das ist Nachfolge, die keine Menschen klein redet, sondern die Liebe groß.